Jedes Jahr kommt der Winterblues in Norwegen

Im Februar letzten Jahres, als die Schwangerschaftsübelkeit und Müdigkeit am stärksten war, stellte der dunkle, kalte Winter eine besondere Belastung für mich dar. Die Energie zu finden, meine dreijährige Tochter zu motivieren im eisigen Schneematsch mit mir raus zu gehen, sie dann auch noch in drei Lagen zu packen, mich selbst in meinen Wollpulli und meine Winterjacke zu zwängen und mir dieselben Stiefel und Spikes anzuziehen, die ich schon seit Anfang November trug, wurde zu einem Kraftakt.

Sicher war das eine besondere Zeit, ganz sicher hatten auch die Schwangerschaftshormone etwas mit meiner Stimmung zu tun, aber allein die Aussicht darauf, in den kommenden Jahren zwei kleine Kinder im Winter anziehen zu müssen, ließ mich von einem Leben an einem wärmeren Ort träumen.

Es war bereits mein zehnter Winter hier oben, ich sollte mich eigentlich längst daran gewöhnt haben, doch im Sommer, wenn die Tage nicht enden wollen und es kaum dunkel wird, vergisst man immer wieder, wie kräftezehrend die dunkle Jahreszeit sein kann.

So fiel mir erst letztes Jahr richtig auf, dass ich jeden Winter in einer Art Wartezustand bin. Ab Februar, wenn schon drei Monate Winter hinter uns liegen, warte ich auf den Frühling, doch das Tauen des Schnees beginnt meist erst Ende April oder Anfang Mai. In unserem ersten Jahr in Norwegen schneite es sogar noch am 1. Juni. 🙈

Mit meiner Wartetei bin ich übrigens keineswegs allein. Immer wenn ich in den letzten Wochen Nachbarn oder Bekannte getroffen haben, sagten sie Dasselbe: bald wird es endlich wieder heller, bald können wir wieder mehr Zeit draußen verbringen, wenn doch dann endlich im April sie Sonne wieder etwas wärmt.

Dieses ständige Warten auf einen Frühling, der dann doch meist verregnet ist, wird mir langsam zu viel. Ja, wir lieben den Sommer hier oben und verbringen dann viel Zei in der Natur. Ein Ausflug an den Fjord im eisigen Wind oder Tage andauernde Schneestürme machen aber leider wenig Spaß und so verbringen wir im Winterhalbjahr leider viel mehr Zeit zu hause als uns lieb ist…

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