Per Du mit dem Lehrer und keine Noten vor der 8. Klasse – Schule in Norwegen 

Für uns als Familie ist das norwegische Schulsystem eines der Gründe, weshalb wir uns in Norwegen so wohl fühlen. Unsere Kinder wachsen hier mit viel Natur und weniger Leistungsdruck auf, stattdessen steht die Entwicklung von Sozialkompetenzen und ihr Wohlbefinden im Vordergrund. 

Aber was genau macht das norwegische Schulsystem nun so besonders? 

Die obligatorische Schulzeit beträgt 10 Jahre. Die sogenannte Grunnskole (Grundschule) wird in barneskole (Kinderschule: 1.-7. Klasse) und die ungdomsskole (Jugendschule: 8.-10. Klasse) unterteilt.  Die Kinder lernen hier gemeinsam bis einschließlich zur siebten Klasse. Es gibt keine Unterteilung in Hauptschule, Realschule und Gymnasium. In der achten Klasse wechseln die Kinder auf die Mittelschule (norw.: Ungdomsskole). Auch hier gibt es keine Unterteilung.

Keine Noten vor der 8. Klasse

Noten gibt es erst in der Ungdomsskole, also ab der 8. Klasse. Davor gibt es zwar nationale Tests, aber keine Noten und damit auch keine Zeugnisse. Stattdessen gibt es 2 mal pro Jahr Entwicklungsgespräche zwischen Schüler und Klassenlehrer(in), wobei auch ein Elternteil anwesend ist. So können Kinder möglichst lange ohne Leistungsdruck und ständiges Vergleichen mit anderen Schülern lernen.

Fokus auf Sozialkompetenzen

Sowohl in der norwegischen Kita als auch in der Schule stehen steht die Entwicklung von Sozialkompetenzen im Vordergrund. So betonte die Direktorin an der Schule meiner Tochter zum Schuljahresbeginn, dass man zwar in der Schule auch viel lernt, aber das Wichtigste sei es, dass jeder einen Freund bzw. eine Freundin hat und selbst ein(e) gute(r) Freund(in) ist. 

Chancengleichheit und Inklusion

Das Schulsystem ist auf Chancengleichheit ausgerichtet. Alle Materialien werden von der Schule gestellt. Auch das Geld für Klassenfahrten wird von den Schülern zum Beispiel durch das Einsammeln von Pfandflaschen in der Nachbarschaft selbst gesammelt. Das norwegische Schulsystem legt großen Wert auf Inklusion. Schüler mit besonderen Bedürfnissen werden möglichst in reguläre Klassen integriert und erhalten zusätzliche Unterstützung. 

Die Natur als Spielplatz

Die norwegischen Schulkinder verbringen viel Zeit draußen in der Natur. Draußen spielen und Wandertage stehen in den ersten Jahren jede Woche auf dem Stundenplan. Häufig liegen Schulen an kleinen Wäldern, sodass die Kinder während der Pausen auf Bäume klettern und im Matsch spielen können. Kurz gesagt: sie dürfen Kind sein.

Die Kinder müssen hier weniger Fakten auswendig lernen, stattdessen lernen sie eher praktische Dinge. Regelmäßig stehen auch soziale Tage auf dem Programm, an denen das Zusammenarbeiten an einem gemeinsamen Ziel im Vordergrund steht.

Im Übrigen gibt es in Norwegen gar keine Schulpflicht, sondern nur eine Bildungspflicht. Homeschooling ist damit also möglich, allerdings nur unter Einhaltung staatlicher Vorgaben. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das norwegische Schulsystem durch eine Kombination von Inklusion, Chancengleichheit, geringem Leistungsdruck und einer ganzheitlichen Bildung geprägt ist. Eine freundliche und unterstützende Lernumgebung steht dabei stets im Fokus. Das zeigt sich nicht zuletzt darin, dass die Schüler ihre Lehrer duzen

    Interessierst du dich auch für eine Auswanderung nach Norwegen? Dann empfehle ich dir mein e-Book Auswanderer-Guide. Wenn du ein persönliches Gespräch mit mir buchen möchtest, dann kannst du mich hier erreichen:

    ← Zurück

    Vielen Dank für deine Antwort. ✨

    Hinterlasse einen Kommentar

    Bloggen auf WordPress.com.

    Nach oben ↑