Auswandern nach Norwegen: Wie es dazu kam

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Es lagen nur wenige Wochen zwischen dem ersten telefonischen Vorstellungsgespräch meines Mannes mit seinem zukünftigen Arbeitsgeber in Norwegen und unserem Umzug in die neue Heimat.

Aber alles der Reihe nach, im Sommer 2011 bekam mein Mann einen Anruf von einer Recruitmentmitarbeiterin aus England, die im Auftrag von verschiedenen IT-Unternehmen nach Ingenieuren suchte. Daraufhin vereinbarte mein Mann mehrere Vorstellungsgespräche. Die Reise führte ihn unter anderem nach Österreich, England und Norwegen.

Österreich stand als erstes auf dem Plan und ich konnte sogar für die zwei Tage mitkommen und mir selbst einen Eindruck verschaffen. Landschaftlich zwar sehr schön gelegen, war der Ort aber sehr klein, so dass man ohne Auto nur schwierig dort zurecht kam. Auch stellte ich mir direkt die Frage, ob ich dort wohl einen Job finden würde. Vielleicht lag es an der Abgeschiedenheit, an der Ähnlichkeit zu meiner Heimatstadt oder auch nur am uninterbrochenen Regen, dass wir uns noch auf der Zugfahrt zurück nach hause gegen einen Umzug nach Österreich entschieden.

Kurz darauf flog mein Mann nach England. Auch hier war es ein ländlich elegener Ort, der ihn nicht wirklich ansprach. Also ging es für ihn weiter in den hohen Norden.

“Norwegen sieht richtig schön aus.” Schrieb er mir bei seinem ersten Besuch und Vorstellungsgespräch und da ahnte ich bereits, dass seine Entscheidung auf Norwegen fallen würde. Das löste bei mir gemischte Gefühle aus.

Auf einer Art war da die Neugierde, ich war noch nie in Skandinavien gewesen und Norwegen soll ja bekanntermaßen landschaftlich sehr schön sein. Darüber hinaus ist mein Mann Finne und ich habe mich immer etwas gewindert, wenn er sagte, dass die Januarsonne in Mannheim sich wie Sommer in Finnland anfühlte. Ich wollte gern ein Stück weit seine Herkunft kennen lernen. Denn, obwohl Finnland nicht zu Skandinavien gehört und die Sprachen sich stark unterscheiden, so gibt es doch viele Ähnlichkeiten zwischen Norwegen und Finnland.

Auf der anderen Seite hatte ich großen Respekt vor der Kälte. Ich war zuvor nur ein einziges Mal im Winter in Südfinnland gewesen und fand es bitterkalt, wir hatten damals -31 Grad am Abend. Da Trondheim noch mal deutlich weiter im Norden liegt als die Heimat meines Mannes, hatte ich schon meine Bedenken. Immerhin war ich nie ein großer Winterfan und gehöre eher zu Kategorie „Frostbeule“. Auch die Dunkelheit dort oben konnte ich mir nur schwer vorstellen.

Mein Man kam also zurück, begeistert vom potentiellen Arbeitgeber und der Stadt Trondheim. Auch für ihn war es der erste Aufenthalt in Norwegen, wobei ihn aber vieles an seine finnische Heimat erinnerte.

Norwegen stand also plötzlich ganz oben auf der Liste, wobei England noch im Rennen war. Wir machten uns also an die Recherche.

Vom zukünftigen Arbeitgeber bekam er den Tipp, bei Finn.no nach einer Wohnung zu suchen. Dort bekamen wir einen guten Eindruck von den Mietpreisen, die uns fast vom Hocker gerissen hätten.

Drüber hinaus versuchten wir die eventuelle Höhe der Einkommenssteuern, Versicherungsbeiträge sowie Lebensmittelpreise zu ergooglen und kamen dabei zu einem Schluss: Es wird finanziell viel zu knapp. Wir könnten gerade die laufenden Kosten decken und hätten keinen Spieltaum mehr für Unvorhergesehenes.

„Sehr schade, aber wir haben errechnet, dass es zu knapp wird.“ so in etwa die Worte meines Mannes, als er mit der Recruiterin telefonierte. „Ach so, der Arbeitgeber ist bereit mit dem Gehalt etwas hoch zu gehen?“ hörte ich ihn sagen. Er sah mich fragend an und wollte jetzt eine Entscheidung. Ich konnte nur mit den Schultern zucken „keine Ahnung.“, meinte ich. „Ok, dann nehme ich das Angebot an!“ erwiderte er. Wow, das war es jetzt also, wir gehen nach Norwegen und haben mal eben unsere gut begründete Entscheidung innerhalb von Sekunden über Bord geworfen. 😂 Wir mussten beide über unseren Leichtsinn lachen, aber freuten uns zugleich. Denn was uns verband, war die Lust auf ein Abenteuer, einfach unsere kleine Studentenbude hinter uns zu lassen und was Neues von der Welt zu sehen.

Einige unserer Bekannten erklärten uns natürlich für mehr oder minder verrückt, dass wir in „so ein teures Land auswandern, dass dazu noch so dunkel und kalt sei.“ Natürlich wussten sie das, ohne jemals selbst dort gewesen zu sein. 😉 Wir schmunzelten nur und waren uns sicher, dass der Umzug in jedem Fall eine Bereicherung für uns werden würde….

[Fortsetzung folgt]

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