Auswandern nach Norwegen – Mein erster Eindruck vom Land (Teil 2)

Bereits am nächsten Morgen sollte ich die Gelegenheit bekommen alles selbst zu entdecken. Ich verabschiedete mich also am Morgen von meinem Mann, der zur Arbeit ging und machte mich selbst auf dem von ihm beschriebenen Weg zum nächsten Supermarkt, der in einem kleinen Einkaufszentrum (unten im Bild) lag, das auch über eine Apotheke, ein Arztzentrum, Blumenladen, Friseur und anderen kleine Geschäften verfügte. Von dieser Art Einkaufszentren gibt es übrigens viele in Trondheim.

Ich hatte die wichtigsten Dinge in meinem Koffer dabei, nur mein Deo hatte ich vergessen – und da ging es bereits los. Die Auswahl an Deos und überhaupt allem war deutlich geringer als ich es aus Dtl. kannte. Es gab ca. drei mir unbekannte Marken und der Text war natürlich nur Norwegisch. Viel Zeit zum Überlegen hatte ich aber nicht, da kam nämlich bereits ein Anruf von meinem Mann, dass die Spedition in einer halben Stunde vor dem Haus stehen würde. Diese kam übrigens nicht mit den vorher versprochenen drei Männern, sondern mit nur einem, weshalb mein Mann und ich mit anpacken mussten.

Die nächsten zwei Tage war ich dann mit Auspacken und Einrichten beschäftigt und während sich die Wohnung mit unseren Dingen füllte, fühlte sie sich immer weniger fremd an.

Auch die ersten Behördengängen standen an, denn schließlich musste ich mich nun offiziell in Norwegen anmelden. Meine Anmeldung lief eigentlich recht schnell und problemlos. Ich musste mich bei der Polizei anmelden und dann zum Steueramt, um ins „folkeregister“ eingetragen zu werden.

Als ich so im Warteraum bei der Polizei saß, mit allen anderen Neuankömmlingen, überkam mich schon ein komisches Gefühl. Ich war noch nie fremd in einem Land gewesen und dann auch noch ohne die Sprache zu können. Zum ersten Mal in meinen Leben habe ich gespürt, wie es ist, neu in einem Land zu sein. Etwas hilflos und verletzlich habe ich mich gefühlt und gehofft, dass mir nichts Wichtiges entgeht, weil ich die Sprache ja noch nicht beherrschte.

Plötzlich macht man sich solche Gedanken wie: Was ist, wenn jetzt eine Durchsage kommt, dass das Gebäude aufgrund eines Notfalls evakuiert wird und ich verstehe kein Wort?!

Mein Blick fiel auf eine hochschwangere Frau, die mir gegenüber saß und sich ebenfalls anmelden wollte. Plötzlich relativierte sich meine als unsicher empfundene Lage etwas in meinem Kopf. Wie hilflos und verletzlich sie sich wohl fühlen musste. Wahrscheinlich konnte sie die Sprache auch noch nicht und sollte bald ein Kind hier gebären. Das hätte ich mich nicht getraut. Wir waren uns damals einig, dass dies ein guter Zeitpunkt für unseren Auslandsaufenthalt war, da wir noch kein Kind hatten. Mit Kind hätten wir den Schritt wahrscheinlich nicht gewagt.

Immerhin bekam ich schnell die Aufenthaltsgenehmigung und bereits nach zwei Wochen hatte ich den Brief mit meiner Personennummer im Briefkasten. Diese braucht man hier für fast alles. Zum Beispiel um ein Bankkonto zu eröffnen.

Nachdem ich nun offiziell angemeldet war, ich meine ersten Erfahrungen im Supermarkt gemacht hatte und unsere Sachen ausgepackt und eingeräumt waren, kam sie plötzlich, die große Frage, “Was soll ich hier eigentlich machen?“ [Fortsetzung folgt]

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