Wohnungssuche in Norwegen – Unsere erste Mietwohnung in Norwegen

Winteraussicht aus unserer Wohnung

Nachdem unsere Entscheidung nach Norwegen zu gehen im September 2011 fest stand, begaben mein Mann und ich uns sofort auf die Suche nach einer passenden Wohnung in Trondheim. Auf der Seite Finn.no suchten wir nach vorhandenen Wohnungen zur Miete und zusätzlich inserierten wir selbst auf der Seite.

Wir hatten damals fast 7 Jahren in einer ca. 47 qm kleinen Dachgeschosswohnung in der Mannheimer Innenstadt gelebt, die nur auf der einen Seite über Fenster verfügte, welche nur den Ausblick auf die Häuserwand auf der gegenüberliegenden Straßenseite boten. Dazu hatten wir Dachschrägen im Wohnzimmer und Schlafzimmer.

Da uns das Wohnen Mitten in der Großstdt über war, suchten wir in Norwegen etwas ganz Anderes. Im Grünen sollte die Wohnung sein, über eine schöne Aussicht verfügen, aber dennoch nicht zu weit vom Zentrum entfernt sein, sodass unsere Arbeitswege nicht zu lang werden würden.

Umgebung

Wir wünschten uns eine helle Wohnung mit vielen Fenstern (am besten an mehr als zwei Seiten des Hauses) und einen Balkon zum Süden. Die Wohnung sollte mindestens 60 qm groß sein und über zwei Schlafzimmer verfügen (bzw. ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer/Gästezimmer).

Darüber hinaus sollte ein Supermarkt und eine Bushaltestelle innerhalb weniger Minuten zu Fuß erreichbar sein. Unsere Liste war ziemlich lang und die meisten Wohnungen fielen sofort durch unser Raster. Es gab aber 4 Wohnungen, die unseren Kriterien mehr oder weniger entsprachen. Dabei zeigte sich schnell, dass wir mit einem monatlichen Mietpreis zwischen 10.000 und 13.000 norwegischen Kronen rechnen müssen. Das war deutlich mehr als das Doppelte des Mietpreises unserer alten Wohnung in Mannheim.

Wir vereinbarten Besichtigungstermine und mein Mann reiste kurzfristig im Oktober für einige Tage nach Trondheim, um sich die Wohnungen anzuschauen. Eine der Wohnungen befand sich in einem Einfamilienhauses. Bei der Besichtigung stellte sich heraus, dass die Eigentümer einen Mieter für die Wohnung im Dachgeschoss suchten, die ihre Tochter bis zu der Zeit bewohnt hatte. Die Vermieter erschienen nett, aber wir suchten eher nach einer Wohnung mit einem eigenen Eingang, darüber hinaus wollten wir ein Dachgeschoss wenn möglich vermeiden, da wir keine Lust mehr auf Dachschrägen hatten.

Umgebung

Die zweite Wohnung flog heraus, weil sie ziemlich verwohnt war, in der dritten gab es einen Schaden am Boden und insgesamt wirkte die Wohnung dunkel und wenig einladend. So blieb nur noch eine Wohnung übrig, die sich in einem Neubau befand. Der Vermieter hatte die Wohnung gerade für seine Tochter als zukünftige Wohnung erworben hatte und wollte sie vermieten, bis das Kind alt genug war um dort selbst einzuziehen.

Die Wohnung war relativ neu und dadurch in einem guten Zustand und auch die Lage war in Ordnung. Der einzige Nachteil war, dass man sie nur über eine große Metalltreppe, die sich außerhalb des Hauses befand, erreichen konnte und ich mich schon auf der verschneiten Treppe ausrutschen sah. Trotzdem war sie bis dahin unser deutlicher Favorit. Der Mietpreis lag mit 11.000 kr im MIttelfeld.

Die Gegend

Während mein Mann in Trondheim war, suchte ich gleichzeitig von Mannheim aus, während ich mich gerade von einer Weisheitszahn-Op erholte, weiter nach Wohnungen. Schnell schickte ich ihm die Daten einer neu aufgetauchten Wohnung, die sich gut anhörte, aber von der nur wenige Fotos im Internet zu sehen waren, was ja meist ein schlechtes Zeichen ist.

Es gelang uns kurzfristig einen Besichtigungstermin zu vereinbaren und dabei wurde schnell klar, dass diese Wohnung so gut wie alle unsere Wünsche erfüllte. Das Einzige war wohl, dass sie über elektrische Öfen statt Fernwärme verfügte, da dies aber für fast alle Wohnungen zutraf, konnten wir natürlich darüber hinweg sehen. Die Wohnung war mit 12.000 kr Miete zwar teurer als unser bisheriger Favorit, aber dafür war sie komplett möbliert und wir hatten praktisch keine weiteren Anschaffungskosten.

Das Haus von Außen

Mein Mann schickte mir Bilder von den Wohnung und unsere Wahl fiel schnell. DIe Wohnung wirkte hell, freundlich und gemütlich und die Aussicht erinnerte ganz und gar nicht an die einer Großstadt, genau das was wir suchten. Am besten gefiel mir der Parkettboden im Wohnzimmer und die Aussicht auf die farbenfrohen Häuser in der Umgebung.

Mein Mann unterschrieb also bereits am nächsten Tag den Mietvertrag für die Wohnung und flog wieder zurück zu mir nach Deutschland. Ende Oktober zog er dann bereits ein, während ich mich noch 2 Wochen lang um die Auflösung unserer alten Wohnung in Deutschland kümmerte.

Obwohl unsere neue Wohnung über die beste Lage, praktischste Aufteilung und die meisten Fenster verfügte und so viel Gemütlichkeit auf den Bildern ausgestrahlt hatte, war ich als ich die Wohnung nach meiner Ankunft im November zum ersten Mal betrat, nicht direkt hellauf begeistert. Bereits im Treppenhaus fiel mir die quietschende und knackende Holztreppe auf. Es war zwar gepflegt, aber in Norwegen sind zumindest die älteren Häuser komplett aus Holz und es knackt und knarrt einfach ganz viel, was ungewohnt für mich war.

Aussicht vom Balkon

Unsere Wohnung hatte einen Balkon zum Süden, den hatten wir uns gewünscht, weil wir in Mannheim gar keinen Balkon hatten. Das Wohnzimmer war hell und freundlich, genau wie das Schlafzimmer, das mit 16 qm auch außergewöhnlich groß für norwegische Verhältnisse war.

Das Schlafzimmer

Neben dem Wohnzimmer gab es noch ein weiteres Zimmer, das als Arbeitszimmer eingerichtet war, die Küche war eher klein, aber mit schöner Aussicht. Im Bad gab es eine Dusche ohne dazugehöriges Becken, das Wasser lief einfach auf den Boden und dann in einen Abfluss, auch das ist in Norwegen weit verbreitet. Die Toilette befand sich in einem separaten, ca. 1×1 qm kleinen Raum ohne Waschbecken. Außerdem konnte man die Tür nicht richtig schließen, weil es eben ein altes Holzhaus mit schiefen Türen war. Selbst wenn man sie hätte schließen können, wäre man mit den Knien gegen die Tür gestoßen, so klein war der Raum.

Das Wohnzimmer

Insgesamt war ich erst mal nicht so begeistert, das lag auch daran, dass die Wohnung ja bereits komplett möbliert war und es sich anfühlte als würde jemand anders dort wohnen. Meine Vorbehalte habe ich aber ziemlich schnell über Bord geworfen und habe die Wohnung über die Zeit richtig lieb gewonnen, was unsere spätere Wohnungssuche ziemlich erschwerte.

Die Küche

Insgesamt kann man wohl sagen, dass der Wohnungsstandard in Norwegen etwas geringer ist als in Deutschland. Zumindest war mir in Deutschland bisher nie ein Toilettenraum ohne Waschbecken und sich nciht schließen lassender Tür begegnet. Dazu sind die Preise, zumindest in den norwegischen Städten, deutlich höher. Trotzdem mochte ich die Wohnung im Laufe unserer Zeit dort immer mehr. Sie hatte einfach diese Gemütlichkeit, oder «Hygge», wenn man so will.

Das Wohnzimmer

Ich genoß es sehr, beim Essen aus dem Fenster zu schauen und die typisch nordischen farbenfrohen Holzhäuser im Sonnenschein oder Schneetreiben zu beobachten. Das war in Mannheim nie möglich gewesen, da wir ja praktisch keine Aussicht hatten. Darüber hinaus liebten wir den ca. 12 qm großen Balkon. Das Wetter mag in Norwegen nicht das beste sein, aber gerade deshalb ist es schön, die sonnigen Abende auf dem Balkon verbringen und im Winter die Sterne beobachten zu können.

Die Lage erlaubte es uns, in ca. 40 Minuten zu Fuß in die Stadt zu gelangen, was wir am Wochenende gern für einen Spaziergang nutzen. Auch Freitag abends nach der Arbeit sind wir häufig nach einem Restaurantbesuch in der Stadt nach hause spaziert und konnten dabei mehrmals Nordlichter beobachten. Die Wohnung und ihre Umgebung gefiel uns mit der Zeit so sehr, dass wir nach einigen Jahren sogar überlegten, sie dem Vermieter abzukaufen,aber das ist wieder eine andere Geschichte.

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