Norwegischkurs und meine Jobbsuche in Norwegen (Teil 3)

Zum Glück war ich nicht die Einzige im Kurs (der übrigens doch für Anfänger war), die fand, dass der Unterricht viel zu langsam voran ging. Einige erwähnten, dass die Folkeuniversitet (Volkshochschule) ebenfalls Sprachkurse anbot. Meine iranische Freundin und ich beschlossen darauf kurzerhand, uns von unserem jetzigen Kurs abzumelden und auf die Folkeuniversitetet zu wechseln.

Wir hatten Glück, denn ein neuer Kurs startete in der folgenden Woche. Hier entschied ich mich bewusst für den Anfängerkurs, weil der Kurs viel zügiger voranschreiten sollte. Wenn ich mich recht entsinne, gab es insgesamt 6 Kurse, die auf einander aufbauten, woraufhin man dann den Bergenstest absolvieren hätte absolvieren können.

Der Kurs fand 3 Tage die Woche statt und wir hatten Hausaufgaben. Es machte mir Spaß, denn ich hatte das Gefühl in jeder Stunde etwas dazu zu lernen und auch die Hausaufgaben erledigte ich immer gern sofort.

Als wir über kulturelle Unterschiede sprachen, sagte eine Kursteilnehmerin, dass die Norweger eher unhöflich wären und nicht grüßen würden. Gerade als sie zu Ende gesprochen hatte, merkte ich, dass sie mir bekannt vorkam. Sie wohnte im Haus gehenüber und ich hatte sie schon mal auf dem Balkon gesehen als ich (natürlich ohne zu Grüßen) vorbei gelaufen war.

Sie kam aus den Niederlanden und wir trafen uns daraufhin häufiger um gemeinsam Norwegisch zu üben oder uns einfach auszutauschen. Außerdem wurden wir Katzensitter für ihre zwei süßen Katzen, wenn sie auf Reisen war.

Insgesamt machte ich 3 Norwegischkurse an der Folkeuniversitetet, jeder davon dauerte 6 Wochen und dazwischen gab es Ferien. Im Laufe der Zeit wurde es endlich heller, das Eis begann zu schmelzen und im März konnten wir zum ersten Mal ganz schwache Nordlichter von unserer Straße aus beobachten.

Als der Schnee Ende April endgültig auf dem Rückzug war, machten wir unseren ersten Spaziergang am Fjord. Es wurde Zeit, unsere neue Heimat im Frühling zu entdecken.

Schon bald kam der Sonmer und war wie Balsam für mich. Plötzlich sah ich Norwegen buchstäblich in einem ganz anderen Licht. Die Tage wurden so lang wie ich es noch nie erlebt hatte. Wo im April noch alles mit Schnee bedeckt war, blühte es Ende Mai bereits und die Wiesen und Bäume strahlten in einem saftigen grün. Was für ein Kontrast. Monatelang lief ich im Dunkeln über Glatteis und plötzlich war es fast rund um die Ihr hell und dazu noch grün. Nicht wirklich warm, aber doch angenehm mild.

Im Juni hatte ich den dritten Kurs beendet und merkte langsam, dass ich mich in einfachen Sachverhalten ausdrücken konnte und im Kurs nicht mehr so viel dazu lernte. Im Juli gab es Sommerpause und gefühlt war ganz Norwegen geschlossen, weil die meisten Urlaub nehmen und verreisen. 😀

Auch wir entschieden uns für eine kurze Fahrt nach Stockholm und Helsinki zusammen mit unseren Freunden. Zunächst ging es mit dem Zug nach Stockholm und von dort mit dem Schiff nach Helsinki, jeweils nur für eine Nacht, es war zwar schön, aber viel zu kurz und daher anstrengend.

Danach wusste ich erst mal nicht, wie es weiter gehen sollte. Im Juni hatte ich einen Einstufungstest für den Norwegischkurs an der Uni gemacht. Dieser sollte mit einer Prüfung enden, die einem den Zugang zu einem Studium in norwegischer Sprache erlauben würde. Gleichzeitig schrieb ich wieder Bewerbungen, da ich es jetzt auf Norwegisch konnte. (Fortsetzung folgt)

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